Hallo Ihr Lieben,

heute melde ich mich nach längerer Zeit mal wieder aus unserem schönen Hörnebo mit einem Coronalagebericht. Nachdem nun die meisten dt. Gäste  völlig verunsichert abgesagt haben, weil die dt. Regierung Sanktionen erst erlassen dann aufgehoben und wieder erlassen hat, weiß bald keiner mehr, was eigentlich im Moment gilt.

Wir Schweden werden als Sonderweggeher gemobbt und wären ja jetzt selber schuld bei den laschen Einschränkungen, die wir während des Lockdowns Europas einhalten mußten.

Aber so war und ist es ja gar nicht. Auch unser Leben hat sich völlig verändert. Ich selbst halte mich seit Ausbruch der Pandemie an die Regeln. Ich besuche meine alten Nachbarn nur noch mit 5m Abstand im Garten, gehe nur das nötigste Einkaufen mit Abstand, desinfiziere immer meine Hände, wenn ich danach ins Auto steige. Alle Veranstaltungen, auch die mit weniger als 49 Personen,  sind hier im Umkreis  abgesagt worden. Auch wenn es nur das Oltimertreffen im Nachbarort ist oder die Mittsommerfeste oder oder oder. Das gesellschaftliche Leben ist völlig zum Erliegen gekommen. Man lernt niemanden mehr kennen, man ist viel allein zu Hause. Das macht den meisten Alleinstehenden schwer zu schaffen. Viele bangen um ihren Job. Die Arbeitslosigkeit steigt. Viele Selbstständige bangen um ihre Existenz. Wer keine Rücklagen hat, geht in Insolvenz und verliert alles. Viele werden psychisch krank. Andere trauen sich trotz Beschwerden nicht zum Arzt. Operationen werden verschoben. Viele Geschäfte mußten schon schließen. Hier wird nicht mit so großen Milliardenhilfen vom Staat großzügig um sich geworfen, die dann die Kinder und Enkelkinder abbezahlen dürfen. Also nicht Friede, Freude, Eierkuchen in Schweden. Auch wir haben unter der Pandemie zu leiden. Die Artikel und die Bilder in Deutschland und in Europa von Schweden geben ein völlig falsches Bild ab. Wir haben zwar nicht viele Verbote aber Gebote, an die sich die meisten Schweden halten.

Hier schnellen im Moment die Neuinfiziertenzahlen in die Höhe und machen unseren Gästen ein ungutes Gefühl.  Das liegt aber an der erhöhten Testaktivität Schwedens im Moment. Hier werden 30.000 Tests die Woche durchgeführt und im am stärksten betroffenen Stockholm kann sich jeder kostenlos testen lassen. Dadurch werden natürlich mehr Fälle, die vorher gar nicht erfasst worden wären, mit leichten oder ohne Symtome entdeckt. Das ist wichtig, um weitere Sicherheit in Krankenhäusern und Altenheimen zu gewährleisten. Die Todeszahlen und die Krankenhaus- und Intensivfälle (182 am 13.06.) sinken und dass sind eigentlich die wichtigen guten Nachrichten.

Die Politik der dt. Regierung in Bezug auf die Reisebeschränkungen gegen Schweden ist für uns hier, die wir auf die dt. Touristen angewiesen sind, eine Katastrophe. Es läuft kein Workshop, kein Kurs dieses Jahr und ich habe lange überlegt, ob es sich überhaupt lohnt, ohne ausländische Touristen das Cafe zu öffnen. Aber da viele Nachbarn und Freunde gefragt haben, wann ich aufmache, öffne ich jetzt nächstes Wochenende.

Habe natürlich Auflagen, die ich einhalten muß, wie Abstand der Tische und kein Gedränge, das entstehen darf… aber das ist okey.

Dann noch zu den „lieben“ Gästen, die mir Stornierungen mit dt. Paragraphen, Links zu Reisewarnungen und sonstigem Quatsch mit Drohungen zugesandt haben. All das gilt nicht für private Buchungen!

Es ist erstaunlich, wie sich manche Menschen in dieser Situation verhalten. Es wird dann die Kontonummer für die Rückzahlung der Anzahlung mitgeteilt und eine Neubuchung für nächstes Jahr in Aussicht gestellt. Als wenn ich solche Gäste hier beherbergen möchte… Solidarität? Nein, was ist das? Zusammenhalten in der Krise? Nein, am besten noch den Todesstoß verpassen. Ich hatte Gäste, die tatsächlich für die Stornierung, die sie als selbstverständlich annahmen, angaben, dieses Jahr nicht bei Gekås (größtes Kaufhaus der Welt) einkaufen gehen zu können. Kein billiger Konsumrausch … das wäre nicht zumutbar!!!!

Ja, der Urlaub dieses Jahr wird kein normaler Urlaub werden… aber das müssen wir in Kauf nehmen. Wir müssen alle etwas dazu tun, nicht nur an uns selbst denken auch an andere. Uns gegenseitig versuchen zu verstehen und zu unterstützen…

Ich hoffe, für uns alle, dass sich die Situation in Kürze entspannt und vielleicht doch noch ein Einsehen bei den dt. Gesetzgebern einkehrt, dass bei uns kein höheres Risiko einer Ansteckung besteht, als z.B. in anderen Ländern, die bereist werden dürfen.

Ich freue mich auf die mutigen Gäste, die es dieses Jahr zu mir schaffen und verspreche Euch einen wunderschön ruhigen Urlaub ohne Gedränge und Menschenmassen.

Auf ein baldiges Wiedersehen bei uns im schönen Hörnebo

Eure Viola

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

worden wären, mit leichten oder ohne Symtome erfasst. Die Todeszahlen und auch die Patientenzahlen im Krankenhaus und auf der Intensivstation sind rückläufig. Sicherlich ist die Lage immer noch ernst. Aber Jönköpingslän, zu dem wir gehören, gehört nicht zu den Risikogebieten.