Vorgestern war ich in der Vårdcentrale (Ärztezentrum) in Landsbro. Dort saß ich im Wartezimmer nachdem ich sehr zuvorkommend und freundlich an der Rezeption in Empfang genommen wurde. Hier sollte ich ein paar Minuten warten. An der Wand hing ein großer Bildschirm, dort lief gerade das schwedische „perfekte Dinner“ und man fühlte sich gleich unterhalten. In einer Ecke stand eine Thermoskanne mit Kaffee und Wasser. Neben mir saß noch eine Frau, ansonsten war ich allein. Dann öffnete sich die Tür und heraus kam ein alter Mann, der von einer Hilfe im Rollstuhl gefahren wurde. Er war schon kahlköpfig und scheinbar auch blind und fast taub. Die beiden warteten in einer Ecke auf ein Taxi für die Heimfahrt. Die Hilfe spielte mit ihrem Handy und kümmerte sich nicht besonders um den Mann. Er spach immer wieder vor sich hin, dass sein Serum nicht mehr wirken würde.  Die Frau und ich sahen betreten auf den Bildschirm, als der Mann auf einmal mit tiefer und glockenreiner Stimme anfing laut zu singen. Er lächelte dabei und sah glücklich aus. Der Hilfe (welche keine Schwedin war) gefiel das nicht. Doch er sang weiter. Die Putzfrau kam mit ihrem Wischer stellte sich zu uns und hörte zu. Die Frau und ich lächelten uns an. Auf einmal war der Raum voller Freude. Dann hörte er auf und die Hilfe brachte ihm Kaffee, der sehr heiß zu sein schien. Er verbrannte sich den Mund und verschüttete die Hälfte, aber sein Satz “ aber der Kaffee schmeckte sehr gut!“ ließ mich wieder lächeln.  Dann wurde ich aufgerufen und als ich wieder heraus kam, war er weg.

Für mich ist dieses kleine Erlebnis meine kleine Weihnachtsgeschichte. Dieser schwerkranke Mann, der im Wartezimmer anfing zu singen, wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben…

Ich wünsche Euch und Euren Familien zu Hause eine schöne stimmungsvolle Adventszeit. Bei uns liegt schon Schnee und es ist klar und kalt.

Alles Liebe       Viola